Seide, ein Werkstoff mit Geschichte

Seide, eine natürlich vorkommende „Endlos-Faser“, besteht hauptsächlich aus Protein. Sie ist ein tierischer Faserstoff, der aus den Kokons der Seidenraupe (der Larve des Seidenspinners) gewonnen wird.


Frauen „schlagen“ Seide (China, 12. Jh.)

Die Seide, ein seit jeher hoch begehrter und kostbarer Stoff, wurde vor ca. 5.000 Jahren in China entdeckt. Die Kaiserin Si-Ling-Schi soll herausgefunden haben, wie man Seidenraupen züchtet und aus deren Kokons Fäden spinnt. Der Sage nach soll sie eine Seidenraupe beim Einspinnen beobachtet, den Faden abgehaspelt und daraus ein Gewebe – eben Seide - hergestellt haben.


Über die 10.000 km lange Seidenstraße kamen um Christi Geburt kostbare Seidenstoffe und -gewänder nach Europa. Die Römer waren bereit, für 1 kg Seide 1 kg Gold zu zahlen, was den Handel mit China zum Blühen brachte. Um das Jahr 200 nach Christi erreichte die chinesische Seidenverarbeitung ihr höchstes Niveau. Neben gewöhnlichen Seidenstoffen gab es transparente Gaze, Damast- und Brokatstoffe. Aufwändig auch das Dekor: Seidenstickereien und Malereien. Manches Muster hatte über 20 verschiedene Farbtöne.


Nachdem die Seidenzucht 3.000 Jahre lang ein chinesisches Geheimnis und wohlgehütet geblieben war, breitete sich das Wissen um die Seidenraupenzucht nach Christi Geburt aus. Wie die Maulbeerbaumsamen und die Eier des Seidenspinners nun tatsächlich ihren Weg in den Mittelmeerraum nahmen – darüber gibt es viele Geschichten. Als die chinesische Kaisertochter den Fürsten von Kothan heiratete, wollte sie angeblich dort nicht auf seidene Gewänder verzichten. So habe sie in ihrer Frisur Maulbeerbaumsamen und die Eier des Seidenspinners geschmuggelt. Ob es nun aber eine chinesische Kaisertochter oder zwei Mönche gewesen waren, die 522 nach Byzanz gewandert sein sollen … das Monopol der chinesischen Seidenerzeugung war in der Folge zwar gebrochen, die Qualität der Chinaseide blieb aber lange Zeit unübertroffen.


Das Wissen über die Seidenherstellung breitete sich von Byzanz nach Griechenland und Spanien aus, vor 1.000 Jahren auch nach Italien und später nach Frankreich. Um von französischen Importen unabhängig zu sein, gab es sogar in Deutschland um Krefeld Raupenzucht. Ab 1854 jedoch vernichtete die „Fleckenkrankheit“ die Seidenraupen in ganz Europa – ein Gegenmittel gab es nicht.


Heute wird der Großteil der Seide in China hergestellt, doch auch Japan und Indien sind heutzutage wichtige Seidenproduzenten. Meine Seide stammt aus China. Ich habe sie ausgewählt, weil sie handwerklich hochwertig verarbeitet und rolliert ist. Dadurch kann ich Dir die hohe Qualität meiner Seidenprodukte gewährleisten.

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